Meine Zeit beim VfL und der Wechsel zum HSV
Der erneute Anruf von Gerd Roggensack kam mir 1995 da gerade recht. Roggensack war mittlerweile zum VfL Wolfsburg
gegangen und wollte mich zu den "Wölfen" holen. Wir trafen uns, ich und mein Berater, im Maritim Hotel
in Hannover zu Vertragsverhandlungen mit dem VfL-Manager Peter Pander. Der Vertrag war super, und
als er unterschrieben und Herr Pander weg war, bin ich erst einmal an die Bar gegangen und hab'
mir ein Pils gegönnt.
Das erste Jahr in Wolfsburg lief nicht optimal. Wir spielten gegen den Abstieg, bereits Mitte
der Halbserie musste mein großer Förderer Gerd Roggensack gehen. Das tat mir sehr weh. Es kam
Willi Reimann, ein ganz harter Hund, der uns den Arsch aufgerissen hat, so deutlich muss man
es sagen. Mit Erfolg: Wir blieben die gesamte Rückserie ungeschlagen und retteten uns. In der
folgenden Saison gelang uns der große Wurf. Wir stiegen auf - und wie! Am letzten Spieltag
ging es um alles im Endspiel gegen Mainz, das als Vierter einen Punkt hinter uns stand.
Das war das geilste Spiel, das ich bisher mitgemacht habe. Wir gewannen 5:4, ich schoss
zwei Tore und holte zwei Elfmeter raus. Hinterher haben wir gefeiert wie die Großen.
Drei Tage Party ohne Ende, Spaß ohne Ende - sensationell!
Sensationell auch, dass wir uns mit dem VfL, den alle Experten als ersten Absteiger gesehen
hatten, in der Bundesliga hielten. Aber es war ein hartes Stück Arbeit: Trainer Wolfgang Wolf
war es, der uns vor dem Abstieg rettete. Er war für Willi Reimann geholt worden, der unseren
Negativtrend nicht stoppen konnte. Mit Wolf gewannen wir dreimal hintereinander 1:0 und
durften letztlich den Klassenerhalt begießen. Schon ein Jahr später feierten wir sogar die
Qualifikation für den Uefa-Pokal - ebenfalls eine sensationelle Leistung und ein
weiteres Wunder von Wolfsburg.
Ich hatte mich dennoch schon frühzeitig zu einem Wechsel zum HSV entschieden - und das habe ich nie
bereut. Gleich im ersten Jahr neun Tore zu schießen, daran hätte ich im Traum nicht gedacht.
Und dass wir uns für die Champions-League qualifizieren konnten - sensationell!
Die Spiele in der Champions-League, etwa gegen Juventus Turin, bei dem ich in Turin auch noch ein Tor schoss,
werde ich nie vergessen. Sensationell war auch die AOL-Arena in Hamburg, die für mich nach wie vor eines
der schönsten Stadien in Deutschland ist. Das zweite und dritte Jahr in Hamburg verliefen leider nicht
so toll, unsere Mannschft blieb weit hinter den Möglichkeiten zurück. Hinzu kam meine Verletzung im Mai 2001,
durch die ich etwa 5 Monate pausieren musste.