Bei Stahl Brandenburg und Fortuna Köln
Spannend: Als Juniorenspieler bestritten wir immer die Vorspiele vor den Oberligapartien. Zum
Schluss waren manchmal schon verhältnismäßig viele Zuschauer (2000 etwa) im Stadion, das
war echt klasse! Mit 18 bin ich dann in die Männermannschaft von Stahl Brandenburg gekommen.
Fast wäre ich zu Bergmann Borsig Berlin gewechselt, wo damals unter anderem "Paule" Beinlich
(Hertha BSC) und Matze Breitkreuz (Hansa Rostock) spielten, das hat aber nicht geklappt.
Ich blieb also in Brandenburg, was letztlich absolut richtig war. Nach der Wende stiegen
wir sogar in die zweite Bundesliga auf. In der Relegation setzten wir uns gegen Union
und BFC Dynamo Berlin sowie gegen den 1.FC Magdeburg durch. Ich weiß noch ganz genau,
wie ich beim 2:1 gegen Union mein erstes Pflichtspieltor erzielte: Es war ein Abstauber
in typischer Gerd-Müller-Manier.
In der zweiten Liga habe ich enorm viel gelernt. Mit Stahl haben wir bis zur Halbserie eine gute
Rolle gespielt, stiegen dann aber doch ab. In 32 Spielen habe ich drei Tore erzielt. Das ist auch
Gerd Roggensack nicht entgangen, der damals Trainer bei Fortuna Köln war. Er hatte mir am Rande
des Spiels gegen sein Team seine Telefonnummer gegeben und mich aufgefordert: "Ruf' an, wenn
Du mal einen Verein suchst!"
Zuerst habe ich mich nicht getraut, dann aber hat meine
damalige Freundin und jetzige Frau Jacqueline mir energisch zu verstehen gegeben: "Du rufst
da jetzt an!" Ich also ans Telefon und gleich drei Tage später nach Köln zu Vertragsverhandlungen
mit dem Präsidenten Jean Löring. Jacqueline und ich hatten uns geschworen: Wir unterschreiben
nichts! Löring aber hat uns zugelabert ohne Ende - und wir haben unterschrieben. Erst waren wir
stolz wie Oscar, am nächsten Tag aber kam das große Erwachen und das große Heulen. Wir beide
sollten aus Brandenburg weg? Nach Köln, in diese große Stadt, und das ganz allein? Man darf nie
vergessen: Das war kurz nach der Wende, und wir waren als "Ossis" völlig unerfahren. Zum Glück
kam Jacqueline mit mir. Ohne sie wäre es noch härter geworden, von zu Hause wegzugehen.
Die Zeit in Köln war insgesamt aber toll, auch wenn die letzten sechs Monate vertane Zeit waren. Damals hatte
ich ein wenig Ärger mit meinem Trainer Hannes Linßen, zum größten Teil lag dies an mir und meiner Sturheit.
Heute würde ich sagen, dass er einer der besten Trainer war, unter denen ich in meiner Laufbahn gearbeitet habe.
Obendrein war ich verletzt und spielte somit nicht mehr.